Tragisch
Klaus Gjasula und der Karbonhelm vom Sattler
Nach dem Jochbogenbruch 2013 ließ sich Gjasula einen Karbonhelm bauen — und wurde damit zur Ausnahmeerscheinung im deutschen Profifußball.
Aber sie sorgt dafür, dass der Deutsch-Albaner weiter Fußballspielen kann. „Ich habe ihn ja nicht aus modischen Gründen auf, sondern weil ich mich damit sicherer fühle, seit ich mir den Jochbogen gebrochen habe", sagt der Profi des Bundesligisten SC Paderborn. Gjasula ist der einzige Spieler im deutschen Berufsfußball, der sich in der Saison 2019/20 auf diese Art vor Verletzungen schützt.
Kommentare wie „Mädchen" oder „Spiel' lieber Schach" hat Gjasula zu Genüge gehört. Als sich Gjasula im Oktober 2013 den Jochbogen bricht, reicht die übliche Gesichtsmaske bei der Rückkehr auf den Rasen nicht mehr aus. „Also war ich froh, als unser Sponsor mir einen Helm aus Karbon bastelte und mir so ein schnelles Comeback ermöglichte", erzählt Gjasula.
Der gebürtige Albaner läuft damals für den Regionalligisten Kickers Offenbach auf. Die Spezialanfertigung eines Sattlers muss erst noch den Stresstest des Hessischen Fußball-Verbandes überstehen, bevor die Zulassung erfolgt. Das erste Modell fällt noch durch, weil es zu hart ist und die Gegenspieler gefährdet.
Also bessert die Firma nach und mischt Schaumstoff bei. Jetzt erteilt der Verband die Genehmigung. Gjasula zieht den Helm bei offiziellen Spielen nicht mehr aus.
Im Training verzichtet er aber darauf.
André Schubert, der Etatstreit und Finkes Nachtreten
Schuberts Wechsel 2011 zum FC St. Pauli endete in einer öffentlichen Fehde mit Präsident Wilfried Finke, die noch nach dessen Entlassung weiterging.
André Schubert: André Schubert ist ein erfolgreicher Trainer in Paderborn. Im Jahr 2011 soll sein Etat um mehr als zehn Prozent gekürzt werden. Schubert sieht keine Erfolgschancen mehr und wechselt zum FC St.
Pauli. Präsident Finke ist ob des Wechsels verärgert und erklärt fortan hartnäckig der Branche die charakterlichen Mängel von Schubert. Als Schubert in Hamburg entlassen wird, erfolgt ein besonders vergiftetes Lob.
Finke bezeichnet Schubert als fachlich guten Trainer, der aber ein Problem mit seiner Dünnhäutigkeit und mangelnder Kritikfähigkeit habe. Ungefragt vermutet Finke, dass Schubert bei St. Pauli die gleichen Fehler gemacht habe wie in Paderborn.
SCP — Financial Stability Score
SC Paderborn — Detaildaten werden nachgepflegt. Kleinster Markt, aber effizient geführt.
Wilfried Finke und sein widersprüchliches Erbe
Der Präsident, der den SC Paderborn aus der Provinz in die Bundesliga hievte, hinterließ einen Verein zwischen sportlichem Höhenflug und finanzieller Dauerbelastung — eine Figur, die bis heute polarisiert.
Wilfried Finke — Aufsteiger-Macher und tragische Figur
Finke führte Paderborn aus der Bedeutungslosigkeit in die Bundesliga, doch sein Lebenswerk überstand die folgenden Krisen nur mit Mühe.
Wilfried Finke, der langjährige Präsident, der den SC Paderborn aus der Bedeutungslosigkeit in die Bundesliga geführt hat, bleibt eine tragische Figur der Vereinsgeschichte. Sein Lebenswerk — der Aufstieg des kleinen Vereins aus Ostwestfalen — übersteht die finanziellen und sportlichen Krisen nur mit Mühe.